Einzelförderung nach dem Affolter-Modell
Einzelförderung nach dem Affolter-Modell
Ein Teil unserer Schülerinnen und Schüler scheitern schon in ganz alltäglichen Situationen; z.B. wenn sie nach Ankunft in der Schule den Weg vom Bus bis zum Schulzimmer selbständig zurücklegen, oder wenn sie etwas später ihre Finken selber anziehen sollten. Ohne Unterstützung gelangen sie nur teilweise zum Ziel. Oft realisieren sie dieses Unvermögen und reagieren mit Frustrationen. Ihr Verhalten wird zunehmend schwieriger und sie entwickeln sich auffällig.
Genaue Beobachtungen des Verhaltens dieser Kinder führen zum Schluss, dass zwar die einzelnen Sinne als solche funktionieren, das Kind aber die aufgenommenen Informationen offenbar nicht oder nur ungenügend verarbeiten kann. Für sein Handeln in der konkreten Situation reicht sein Informationsstand oft nicht.
Bei einem Teil dieser Kinder sprechen wir hierbei von einer Wahrnehmungsstörung. Sie sind hauptsächlich von der Schwierigkeit betroffen, gespürte Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten und in ihr Handeln zu integrieren.
Bei anderen Kindern ist vor allem die Verarbeitung und Vernetzung der gewonnen Informationen im Gehirn beeinträchtigt. Es entsteht bei ihnen ein besonderes Weltbild, die Welt scheint diffus und fremd und sie reagieren darauf mit Rückzug. Hier sprechen wir von Kindern mit einer autistischen Spektrumsstörung.
Die Therapie nach F. Affolter richtet sich in erster Linie an Kinder mit einer Wahrnehmungsstörung und/oder mit einer autistischen Spektrumsstörung. In deren Mittelpunkt stehen für das Kind die Aufnahme und die Verarbeitung von gespürten Informationen. Sie werden in alltäglichen Situationen an den Händen und am ganzen Körper durch die Therapeutin/den Therapeuten geführt und so gleichzeitig auch zur Lösung der anfallenden Probleme begleitet.
Ziel der Förderung ist die Anbahnung und der Aufbau von grundlegenden Fähigkeiten, wie z.B. das Ergreifen, Umfassen und Festhalten eines Gegenstandes. Somit wird auch das Bewusstsein für den eigenen Körper und die Auswirkungen des eigenen Handelns auf- und ausgebaut. Auch streben wir das Erlernen von Fertigkeiten an, z.B. das Schliessen eines Reissverschlusses. Darüber hinaus richtet sich der Blick auf eine grösstmögliche Selbständigkeit der Kinder.
Dieses basale Wissen, die aufgebauten Fähigkeiten und Fertigkeiten bilden gleichzeitig auch die Grundlagen für weitere Leistungen, wie z.B. Sprechen, Lesen, Schreiben, Rechnen, usw.
An der Heilpädagogischen Schule Flawil unterrichtet ein kleines Team von autorisierten Therapeuten und Therapeutinnen im Moment 8 Kinder im Alter von 6 – 16 Jahren in der Einzeltherapie. Auch beraten wir bei Nachfrage die an der Förderung des Kindes beteiligten Lehr- und Fachpersonen und auch die Eltern sehr gerne. 






